Schauplatz Landschaft

LESEN IM BUCH DER LANDSCHAFT

‹Nichts Glattes, Poliertes,
Ebenes ist an ihr, immer auf und
ab geht der Weg›
Heinrich Hart

Mancherorts läßt sich jener Zauber in unseren Landschaften empfinden, den nicht unsere Gegenwart hineingetragen hat. Unsere Zeit hat den Menschen zu einem Fremdling in der Natur gemacht, seine Beziehungen zur Natur gestört, seine lebensnotwendigen Außenorgane – Tier- und Pflanzenwelt, Böden, Wälder, Luft gefährdet. Joseph Beuys hat in diesem Zusammenhang postuliert, daß es die Aufgabe der Kunst ist, über die rein intellektuellen Verstandespotentiale hinaus mit Intuition, Inspiration und Imagination in einen neuen Dialog mit der Natur, allgemeiner noch: mit den uns umgebenden Dingen zu kommen. Unser Landstrich kommt in den Erzählungen, Beschreibungen und Entgegnungen von Peter Hille, Annette von Droste-Hülshoff und Friedrich Spee von Langenfeld zu Wort. Nach ihrem Besuch
in den Wäldern von Schwalenberg legen Nora Bossong, Marion Poschmann und Levin Westermann neue Arbeiten vor, die ihre heutige Wahrnehmung der Landschaft zeigen, auch mit den Spuren der Geschichte, die man durchaus als widersprüchlich, zerrissen, mit einen deutlichen Gewaltpotential charakterisieren kann. Hören wir der Landschaft zu und bringen das Verborgene in ihr zur Sprache.

Hier unser aktuelles Programm als PDF: Herbstprogramm 2021

 

Samstag, 20. November 2021

die bäume

19:00 Uhr

Einführung Brigitte Labs-Ehlert

Corinna Harfouch liest Annette von Droste-Hülshoff
‹Die Judenbuche›

Marion Poschmann liest ihren neuen Text ‹Nachkriegswald›

 

Sonntag, 21. November 2021

die erde

11:30 Uhr

Barbara Nüsse liest Peter Hille
‹So bin ich denn hier in meiner Heimat und sehe mir was an›

Levin Westermann liest seinen neuen Text

Pause

gefahren, gewässer

15:00 Uhr

Stefan Wilkening liest von Friedrich Spee von Langenfeld
‹Cautio Criminalis›

Nora Bossong liest ihren neuen Text

 

Eintritt Einzelveranstaltung 15 € / 10 € ermäßigt
Tageskarte Sonntag 25 € / 20 € ermäßigt

Anmeldung unter reservierung@eu-lab.de
und 0 52 84 / 9 43 94 73

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, studierte in Berlin, Leipzig und Rom Philosophie und Komparatistik. Bisher sind von ihr 11 Bücher mit Lyrik und Prosa erschienen, zuletzt Schutzzone, Kreuzzug mit Hund und Auch morgen. Politische Texte. Nora Bossong wurde unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, Kunstpreis Berlin, Roswitha-Preis,Thomas-Mann-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet. Gerechtigkeit, Verantwortung, Herrschaft sind Aspekte ihres aufgeklärten Schreibens, Personal und Schauplatz betreffend; Landschaft ist ein unsicheres und verunsicherndes Terrain.

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Sie ist eine genaue Beobachterin von Räumen und Landschaften. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt dabei jenen Randzonen, in denen sich Natur und Zivilisation miteinander zu etwas Neuem zusammenfügen. Für ihre 11 Bücher mit Lyrik und Prosa wurde sie mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen, Holty-Preis, Klopstock-Preis für ihren Roman Die Kieferninseln (2017), der auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und auf jener des Man Booker International Prize 2019 stand. Zuletzt erschien der Gedichtband Nimbus.

Levin Westermann, 1980 in Meerbusch geboren, studierte an der Hochschule der Künste Bern und lebt als freier Schriftsteller in Biel. unbekannt verzogen, sein Lyrikdebüt, veröffentlichte er 2012, es folgten 3511 Zwetajewa (2017) und bezüglich der schatten (2019). 2020 wird er mit dem renommierten Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg ausgezeichnet; er erhielt den Schweizer Literaturpreis 2021. Er bewegt sich in Geschichtslandschaften, die er sprachlich vermißt und in hoher Präzision erkundet. In seinen Essays Ovibos moschatus schreibt er, wie der Mensch Landschaften und Tiere für seine Zwecke ausbeutet und vernichtet.

 

Gefördert von NRW Stiftung, LWL Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Lippe-Impuls Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe sowie aus dem Programm ‹Und seitab liegt die Stadt› der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin